Geschichte

von den Anfängen bis 1900

Die erste Schule in Raabs war eine Pfarrschule. Schule und Kirche standen damals in enger Beziehung. Schon im Jahre 1204 ist in einer Schenkungsurkunde von einem Schulmeister in Raabs die Rede. Ein „Chuonrad“ wurde als „scholar“ in Racze bezeichnet.

Das erste Schulhaus stand vermutlich dort, wo sich heute das Haus von Familie Helmut  Heimpel ( Oberndorf/Raabs 5 ) befindet. Es gab nur ein Klassenzimmer und eine einfache Wohnung für den Schulmeister. Trotzdem erfüllte es durch Jahrhunderte seinen Zweck.

Gegen Ende des 16. Jhdts. kam es zwischen dem katholischen Pfarrherrn und dem protestantischen Schlossherrn Niklas von Puchheim zu Differenzen. Die Pfarrschule stand auf herrschaftlichem Grund und wurde dem damaligen Pfarrer Anton Stromair ungeachtet sller Einsprüche weggenommen. Der Pfarrherr richtete nun das aus Holz erbaute Beneficiatenhaus von St. Peter und Paul neben der Kirche als Schule ein.

In der Zeit von 1502 – 1628 gab es neben der katholischen Pfarrschule auch im Markt Raabs eine Schule, die aber im lutherischen Geist geführt wurde ( heute Hauptstraße Nr. 6 und 8 ). Diese hatte der Schlossherr Adolf von Puchheim den Bürgern auf ihr Ansuchen bewilligt.

Ein „Magister“ Johannes Hiezscholt wird 1580 – 1591 als lutherischer Schulmeister erwähnt.

1560 verlangte Kaiser Ferdinand I. ausdrücklich, dass der Pfarrer einen katholischen Schulmeister halte,  damit die Kinder in katholischer  „Zucht und Lehre“ erzogen würden. 1628 gelang es dem damaligen Pfarrer Benedikt Lachen, dass die lutherische Schule auf sein Betreiben aufgehoben wurde.

1762 errichtete man an Stelle des hölzernen Schulhauses ein gemauertes Schulgebäude.

Johann Gutauer – Schulmeister und „Ludimagister“ – berichtet in seiner Chronik, dass es in jener Zeit nur ein Klassenzimmer und eine unzweckmäßige Lehrerwohnung mit einem Kabinett für den Schulgehilfen, den der Schulmeister selbst entlohnen musste, gegeben habe.

Der Schulmeister war auch Mesner und Organist.

Die Schülerzahlen stiegen ständig und so wurde 1830 ein 2. Klassenzimmer errichtet.

Um 1857 gab es täglich 6 Stunden Unterricht.

An Sonntagen gab es noch eine Wiederholungs- und Sonntagsschule für Kinder von 12-15 Jahren. Diese war von 12 Uhr bis 14 Uhr angesetzt. Anschließend wurden die Kinder gemeinsam zum Segen und zur Christenlehre geführt. Der Besuch dürfte nicht sehr gut gewesen sein. Die „Halterbuben“ blieben meist fern.

1862 musste wegen zunehmender Schülerzahl der zweite und größere Umbau vorgenommen werden. Das alte Gebäude erhielt ein Stockwerk. 3 Klassenzimmer und eine Lehrerwohnung standen nun zur Verfügung. Nach der Vergrößerung erfolgte ein ganztägiger Unterricht.

1869 – mit Inkrafttreten des Reichsvolkschulgesetzes wurde das Schulwesen unter staatliche Verwaltung und Aufsicht gestellt. Die Schulpflicht wurde eingeführt und zu entrichtende Schulgeld entfiel. Die Schulklassen waren bald wieder überfüllt. 

Aus den Zinsen der „Gruberischen Stiftung“ für arme Schüler konnte nach Jahren mit den vorhandenen Ersparnissen im Jahre 1878 ein 4. Klassenzimmer dazugebaut werden.

1894/95  war die Schülerzahl auf 316 gestiegen – eine abermalige Erweiterung wurde dringend notwendig. Unter Oberlehrer Ignaz Gutauer erfolgte der Zubau des Osttraktes. Um 8000 fl. = Gulden führte Baumeister Johann Weinkopf das Bauvorhaben aus. 2 weitere Klassenzimmer, ein Turnsaal und eine Lehrerwohnung wurden errichtet.

Die Eröffnung der 5. Klasse  fand am 7.1.1896 statt.

1899 war die Schülerzahl so hoch, dass die Teilung der 4. Klasse bewilligt wurde.

Bis 1906 wurden fortlaufend 6 Klassen geführt.


von 1900 bis 1986

30.12. 1901 – erstmals erstrahlte elektrisches Licht in Raabs.

1921 – Neugründung der Bürgerschule.

1923 – Fertigstellung des Baues der Bürgerschule im Jänner. Die Bürgerschüler wurde von September 1921 bis 8.1.1923 im Gebäude der Volksschule unterrichtet.

14.6.1928 die bisher 5-klassige Volksschule wird mit Erlass des Landessschulrates für Niederösterreich als 4-klassige VS systemisiert. Schüler, die für den Übertritt in die Bürgerschule nicht geeignet waren, mussten ab dem Schuljahr 1928/29 eine Abschlussklasse

( 5. bis 8. Schst. ) besuchen.

Ab September 1933 standen Volksschule und Hauptschule erstmals unter gemeinsamer Leitung. HS-Direktor Walter Schreier wurde auch als Leiter der Volksschule ernannt.

Sparmaßnahmen führten dazu, dass viele Jahre hindurch 3 Lehrkräfte 4 Klassen zu unterrichten hatten.

1936/37 und 1937/38 drohte die Zweiklassigkeit, die aber dank der Bemühung des Direktors und des Ortsschulrates abgewandt werden konnte.

1938 wurden erstmals die sanitären Einrichtungen an der Volksschule bemängelt. Damals tauchte der Gedanke eines Neubaus erstmals auf.

Im Oktober 1938 diente das Schulgebäude wegen der Besetzung des Sudetenlandes als Divisionsspital.

In den Kriegsjahren stieg die Schülerzahl sehr stark an, da auch evakuierte Kinder aus Wien und Westdeutschland hier eingeschult wurden. Auch im Schloss waren Kinder untergebracht,  die von den 3 Volksschullehrern zusätzlich unterrichtet werden mussten.

1941 waren deutsche Soldaten im Turnsaal untergebracht.

Im September 1943 erhielt die Volksschule mit Herrn Oberlehrer Josef Mayerhofer wieder eine eigene Leitung.

Im Jänner 1945 war ungarisches Militär einquartiert. Es wurde ein Notunterricht im Sitzungssaal der Gemeinde abgehalten.

Nach dem Einmarsch der Russen gab es monatelang überhaupt keinen Unterricht.

Das Schulgebäude hatte unter diesen Einquartierungen sehr gelitten. Die ärgsten Mängel konnten aber erst nach Kriegsende behoben werden.

1946 wurden Volks- und Hauptschule wieder unter eine Führung gestellt. VL Franz Part wurde damit betraut und 1947 , nach Ablegung der Lehramtsprüfung für Hauptschulen zum Direktor ernannt. Es gab gemeinsame Konferenzen.

In den ersten Nachkriegsjahren wurde die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes durch viele Flüchtlingskinder aus Südmähren sehr erschwert. Erst 1947/48 hatte wieder jede der 5 Klassen eine eigene Lehrkraft.

1949 wurde die 5. Klasse aufgelöst. Ein Teil der Kinder trat in die Hauptschule über, die übrigen wurden als 2. Abteilung in der 4. Klasse geführt.

1951 wurden der Neubau der Klosettanlagen abgeschlossen..

1959/60 erhielten alle Klassen neue versiegelte Fußböden statt der geölten Holzböden, die Fenster der Südseite wurden erneuert. Das Wasser wurde im ersten Stock eingeleitet zunächst nur am Gang. Die elektrischen Leitung wurden neu verlegt und Neonleuchten montiert. Die Gangböden wurden erneuert und alle Klassen erhielten neue Schulmöbel. Die Außenfassade wurde neu gefärbelt. Die Eisenöfen ersetzte man durch Ölöfen.

1972 wurde die ehemalige Leiterwohnung umgebaut in ein Klassenzimmer und einen Schulwartraum.

1976 erfolgte die Überdachung des Stiegenabganges zum Turnsaal.

1981 erhielten alle vier Klassen Waschbecken. Es gab erstmals Vorhänge in den Klassen.

1983 stürzte ein Rauchfang des Gebäudes ein und musste mit anderen Schäden am Dach repariert werden.

Anfang April 1983 wurden alle Mängel dem Schulerhalter gemeldet – vieles entsprach nicht mehr dem Stand der Zeit. Nach einer Besichtigung durch den Bürgermeister HD Rudolf Mayer und die zuständigen Mandatare wurden die ersten Schritte für einen Schulumbau bzw. Neubau unternommen.

Am 2. Juni 1984 erfolgte der Spatenstich für die neue Volksschule in der Puchheimstraße 27 durch Landeshauptmann Siegfried Ludwig und Bgm. Rudolf Mayer.

Am 4. Juli 1986 erfolgte die feierliche Eröffnung der neuen Volks- und Sonderschule wiederum im Beisein von LH Hofrat Siegfried Ludwig und Bgm. Rudolf Mayer.